Souverän im Tie-Break

Die F1 des Tübinger Modells ist erfolgreich in die Rückrunde gestartet. In ihrem ersten Fünf-Satz-Spiel der Saison bezwangen sie den TSV Burladingen mit 3:2 (25:17, 21:25, 25:22, 24:26 und 15:7).
Etwas zögerlich starteten die Tübingerinnen, bei denen die Trainingswoche über leider die Grippewelle zugeschlagen hatte, ins Spiel, und so schien es zunächst ein Spiel der Aufschlagpunkte und -fehler zu werden. Doch die TüMo-Mädels fanden im Laufe des Satzes immer mehr zu ihrem Rhythmus und punkteten besonders mit Brachialgewalt über die Außenposition. Auch die Annahme und Abwehr stabilisierte sich zusehends. Die erste Hälfte des Satzes hielten die Gäste noch mit, bevor die Tübingerinnen am Aufschlag und im Angriff den Turbo einlegten und nichts mehr anbrennen ließen: mit 25:17 ging der erste Durchgang deutlich ans Tübinger Modell.
Im zweiten Satz präsentierten sich die Tübingerinnen nun deutlich souveräner, vereitelten schon viele generische Angriffe mit einer starken Blockleistung direkt am Netz. Auch im Angriff hatte man die besseren Argumente und erspielte sich mal durch gezielte Schläge an die Hände des gegnerischen Blockes, mal durch Muskelkraft viele Punkte. Doch Burladingen stabilisierte sich besonders im Angriff, während sich auf Tübinger Seite im Laufe des Satzes immer mehr Ungenauigkeiten einschlichen. Auch am Aufschlag machten die TüMo-Mädels nun deutlich mehr Fehler, was den Gästen einen Vorteil verschaffte. Tübingen wehrte sich nach Kräften, verschenkte aber zu viele Punkte und somit den Satz mit 21:25.
Den dritten Satz begannen die Tübingerinnen auch wieder mit vielen Fehlern und ließ die Gäste vom TSV zunächst in Führung gehen. Erst mit mehr Druck am Aufschlag gelang es den gegnerischen Spielaufbau zu erschweren. Am Netz punkteten die Tübinger Angreifer nun wieder verlässlich mit viel Kraft und Tücke. Angefeuert vom lauten Publikum kämpften sie sich Punkt für Punkt voran und behielten die Nase vorne: mit 25:22 ging das Tübinger Modell 2:1 in Führung.
Im vierten Satz zeigten nochmal beide Mannschaften ihre Qualitäten, was zu langen und spannenden, aber eben auch kräftezehrenden Ballwechseln führte. Die Tübingerinnen taten sich schwer, im Angriff an die Außenlinien des Feldes zu schlagen und trafen, wenn auch mit Wucht, zu häufig den gegnerischen Abwehrspieler. Erst mit taktischen Schlägen an die Finger des Blockes oder mit Lobbs in die Burladinger Lücken konnten sie ihre Punkte erzielen. Doch auch Burladingen punktete immer wieder durch Schläge an den Tübinger Block, die der Abwehr knapp vor die Füße fielen. Am Ende des ausgeglichenen und spannenden Satzes war es die zu hohe Tübinger Eigenfehlerquote, die entschied: mit 24:26 mussten die Tübingerinnen den vierten Satz knapp an die Gäste abgeben.
Und so ging es für das Tübinger Modell das erste Mal in der Saison in den Tie-Break. Die kurze Pause schien den TüMo-Mädels jedoch gut getan zu haben, und so starteten sie von Beginn an konzentriert und mit starken Aufschlägen in den letzten Satz. Der Seitenwechsel auf ihre Lieblings- und Gewinnerseite beim Spielstand 8:3 für Tübingen kam schnell. Motiviert durch die Anfeuerungsgesänge des Publikums mobilisierte man nochmal alle Reserven. Besonders in der Abwehr glänzten die Tübingerinnen nun wieder durch tolle Aktionen. Bei einem soliden Vorsprung von sieben Punkten gingen die Angreifer am Netz nun volles Risiko. Ein hart geschlagener Ball der Tübingerinnen, der von der Burladinger Abwehr an die Decke prallte, entschied das Spiel entgültig: mit 15:7 ging der Tie-Break deutlich an die Tübingerinnen, die sich nach einem kurzen Freudentanz bei ihrem sagenhaften Publikum bedankten.
Für Tübingen spielten: Lena Kuhn, Elisabeth Schilke, Katharina Wex, Sigrid Otto, Marlene Finkbeiner, Annika Wutzler, Emma Lischke, Nadja Suhonjic, Melisa Suhonjic, Klara Single, Helena Tilmann, Maren Peters